Vorschlag für die Schweiz

Die Schweiz ist ein demokratisches Land. Angefangen bei der Wohngemeinde, hin zum Kanton, bis hin zum Staate ‚Schweizerische Eidgenossenschaft‘ – alles wird demokratisch abgestimmt und gewählt. Cool! Wir sind also gewissermassen Teilhaber an unserem Staat, an unseren Kantonen und Gemeinden. Ich denke, dass dieser Umstand uns Stimm- und Wahlberechtigten zu einer mehr oder weniger acht- und sorgsamen Haltung ggü unserem Gemeingut führt. Wir denken mit, weil es uns ist. So tragen wir auch mit, was wir gemeinsam entscheiden – obs nun gut raus kommt, oder eben nicht. Wir leben so eine Kompromissbereitschaft, die ihres Gleichen sucht! Ein Hoch auf uns!

Ich finde, dass sich dieses System soweit gut bewährt hat, auch wenn immer wieder mal Stimmen laut werden die sagen, dass es eigentlich eine ausgehöhlte, oder eine Schein- Demokratie ist – was nicht immer ganz falsch ist.

Was mich als überzogener Demokrat immer wieder ärgert, ist der wildsäuische und eigennützige Einfluss seitens der Wirtschaft und deren Exponenten (wobei die Medien nicht ganz unbeteiligt sind). Immer wieder nehmen sie via Angstrethorik Einfluss auf Abstimmungsresultate und nicht zuletzt auch auf unseren Staatshaushalt – zu ihren Gunsten – kann ich ihnen ja auch nicht wirklich verübeln. Raffgier ist halt ein starker Impuls und sie sind halt auch nur Menschen…

Superärgerlich fand ich beispielsweise die Geschichte mit der UBS, welche man mit staatlichen 68 Milliarden Franken aus der Scheisse ziehen musste – is ja nicht ihr scheiss Geld… Sie konnten aus lauter Gier ihren scheiss Hals nicht vollkriegen und haben so die ganze scheiss Karre praktisch an die Wand gefahren und unseren Staat fast mit dazu. – aber dann von staatlicher Seite her mitreden is nicht. Es gäbe noch mehr und sicher auch besser Beispiele, die auch ohne meine Aufzählung beispielhaft wären, wie etwa diese ‚Lohn’exzesse der Novartis und anderer. (Haben wir die ‚Löhne‘ und Abfindungen von Vasella eigentlich mit unseren Krankenkassenprämien mitbezahlt?)

Und wir Idioten streichen uns im Gegenzug, in gerade zu masochistischer Manier, zu ihren Gunsten Ferienwochen, Mindestlöhne, und tiefe Preise ans Bein und werden dann trotzdem auf die Strasse gestellt. Sind wir eigentlich das verschuldete Griechenland, oder eines der reichsten Länder der Erde? – Ich meine bei den Ferien, haben wir doch von lächerlichen sechs statt vier Wochen geredet und nicht von Pensionsalter ab 54 mit Vollrente und 34h-Arbeitswoche bei gleichem Lohn usw.! …unsere arme Wirtschaft…

Aber wie würde sich unsere Wirtschaft wohl verändern, wenn wir hingingen und ein paar entscheidende Änderungen in grösseren und grossen Unternehmen einführen würden? Zum Beispiel so:

1. Jeder Betrieb mit – schlag mich tot – mehr als 100 oder 200 Angestellten, muss als Genossenschaft betrieben werden – ähnlich wie etwa die Migros, die Raiffeisenbank (sehr robuste und gewinnbringende Unternehmen) oder andere ähnliche mehr. Jeder Angestellte würde demnach, solange sein Anstellungsverhältnis besteht, zum Teilhaber der Bude werden und entsprechend ein fixen und einen variablen Lohnanteil beziehen – vielleicht im Verhältnis von 70% fix, zu 30% variabel oder ähnlich. Gewinn und Verlust wären damit für jeden Angestellten direkt spürbar – von der Tippse bis zum Direktor. Über die Grösse des Betriebes bis zur Genossenschaft und die Verteilung der Lohnanteile, müsste man natürlich fundiert verhandeln. Aktiengesellschaften, wie sie heute existieren, müssten die Dividende mit der Belegschaft mindestens 50/50 teilen – was die JuSo bereits vorgeschlagen hat. Ich verstehe zugegebener massen zu wenig davon, aber eigentlich müsste man die Möglichkeit einer AG aus dem OR streichen.

2. Das komplette Kader wird demokratisch von der untergebenen Belegschaft gewählt. Und zwar nicht, weil er/sie gegen oben gut kriechen und gegen unten gut drücken kann, sondern weil er/sie aus fachlicher Sicht gut in der Position geeignet ist. Wenn kein valabler Kandidat im Betrieb verfügbar ist, muss die Belegschaft ins Bewerbungsverfahren direkt mit einbezogen werden.

3. Wichtige strategische Entscheide der Geschäftsleitung müssen von der Belegschaft via Abstimmung genehmigt werden. Durch und durch demokratisch eben.

Ich kann mir vorstellen, dass einige Betriebe an der Börse und draussen im freien Markt, auf einmal ganz anders – vermutlich ja nachhaltiger agieren würden, als sie es noch heuten tun. Wäre mit der UBS unter solchen Umständen das selbe passiert? -wer weiss…

Eine andere – wohl etwas unerwartete und durchaus unwichtige Konsequenz wäre, dass die Schweiz, ohne es zu merken, der erste echte und vor allem der perfekte – jetzt kommts: – kommunistische Statt der Welt wäre! Uiiiiiiii heisses Eisen!

(Der Wechselbalg)


Abfall:

wir mit bestimmen mit und weil wir davon profitieren, oder darunter leiden, je nach dem, wie wir uns jeweils entscheidenunsere demokratischen Voraussetzungen, eine ‚echte‘ oder ‚freie‘ Demokratie schon etwas in frage sellt… …zumindest was die ‚freie‘ Wahl zwischen zwei vorgesetzten Übeln angehtschaue und dort beobachte, wie dann die Angestellten in die HierWenn ich in grösseren Betrieben sehe, wer darin das Sagen hat und welche neu ins Kader gewählt werden, und höhere Gebühren zahlen wir auch bereitwilligo gelangen vermutlich hirnlose Kopfnicker und Mitläufer eher in entscheidungsgewaltige Positionen, anstatt denen, die dort eher reinpassen würden…, sowie der Reichen und Schönen Dazu zahlen wir den Reichen gerne noch zu unseren Ungunsten die Steuern, wir bleiben gerne bei der Pauschalbesteuerung, damit sie uns ja nicht davon laufen.Die Typen haben da echte Scheisse gebaut

2 comments

  1. Thunderbitch says:

    Ich weiss nicht, ob du diesen artikel bewusst in anlehnung an das jugoslawische arbeiterselbstverwaltungssystem geschrieben hast. Jedenfalls weiss man, wenn man (resp. Ich als yugostalgikerin und tito fan) sich ein bisschen damit beschäftigt, dass jugoslawien das beste land der welt war😋 nicht zu letzt wegen eben dieser arbeiterselbstverwaltung. Jugo ging es gut. Stell dir vor, man würde einen sinn (einen bewussteren, nicht ganz so oberflächlichen sinn, wie z.b. ich muss geld verdienen um meine miete zu bezahlen) darin sehen arbeiten zu gehen. Man hätte direkten einfluss darauf wie das unternehmen läuft etc. Die entfremdung wie sie karl marx beschrieben hat, könnte eungeschränkt werden! https://de.m.wikipedia.org/wiki/Arbeiterselbstverwaltung
    Geil, oder?
    Es lebe jugoslawien!

    • Wechselbalg says:

      Ich kannte das Beispiel und System Jugoslawiens, bzw. diesen Artikel nicht, bin unabhängig davon drauf gekommen – nach der Lektüre von Marx und Engels.
      Das Beispiel zeigt aber, dass es wohl Regulatorien bräuchte, um ein ähnliches Scheitern zu vermeiden. Was in YU sonst noch durch innere und äussere Einflüsse alles schief gelaufen ist und im Argen hing, müssen wir an dieser Stelle offen lassen.
      Die Einführung dieses Systems bei uns währe sicher die ökonomische Herausforderung des Jahrhunderts.
      Da aber bei einem solchen Unterfangen mit dem Beschuss ökonomischen Massenvernichtungswaffen seitens der USA & co zu rechnen währe, währe das Scheitern sicher antizipiert.
      So erfreuen wir uns weiterhin eines sich selbst an die Wand fahrenden neoliberalen Kapitalismus. Wie klug!
      Btw: Heisst Thunderbitch auf deutsch nicht Knallschlampe?
      (Der Wechselbalg)

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