Akzeptanz vs. Toleranz

Immer wenn verschieden gesinnte Individuen oder Gruppen aufeinander treffen, kommt es zu Spannungen. In den allermeisten Fällen ist das anregend und inspirierend, teils endet es aber in blutigen Auseinandersetzungen. Die Toleranz der Menschen wird strapaziert und manchmal überstrapaziert.

In diesem Beitrag will ich an das Zusammentreffen von verschiedene Religions- oder Konfessionsgruppen oder -angehörige denken, weil hier das Phänomen am häufigsten und am drastischsten zu Tage tritt. Chaos und Tote sind nicht die Ausnahme. Ich denke z.B. an den IS, an PEGIDA, den Flüchtlingsstrom, Israel und Palästina, Nordirland etc. …

Der Aufruf von Pfaffen und Politikern nach Protesten, Auseinandersetzungen oder Anschlägen, zu Toleranz und noch mehr Toleranz klingt aufs erste Ohr zwar gut – aber wenn Frieden und friedliches Zusammenleben das Ziel sein soll – ist der Aufruf so brauchbar wie ein schlapper Schwanz zum Kinder machen.

Jede Toleranz als Haltung, stösst irgendwann an ihre Grenze. Schliesslich verharrt sie in der Unzufriedenheit, dass das tatsächlich Gegenwärtige, vom eigentlich ‚Rechten‘ oder ‚Richtigen‘ abweicht. Sie richtet den Fokus auf die Differenz, auf das was sein sollte aber nicht ist. Sie ist damit frustran. Toleranz als grundlegende Haltung alleine reicht nicht, um miteinander in Frieden zusammen zu leben. Sei kann nur innerhalb einer anderen Grundhaltung, als feststellender, einordnender und bemessender Zwischenschritt dienen.

Um zu ethischen Antworten zu kommen, was wir hier und heute als Gemeinschaft brauchen um bei allen Unterscheiden Friedlich zusammen zu leben, schlage ich in diesem Zusammenhang vor, sich Akzeptanz als Grundhaltung vorzustellen. Akzeptanz ist nicht das Selbe wie Toleranz, auch wenn man es oft synonym benutzt oder verwechselt. Toleranz geht von etwas ‚richtigem‘ von etwas ‚eigentlich-sein-müssendem‘, von etwas vorbestehendem Guten aus und duldet in gewissem Masse ein Abweichen davon. Akzeptanz meint, dass man etwas in seiner Ganzheit annimmt. Akzeptanz ist aber kein resignatives ‚Durchgehen-lassen‘, oder eine Haltung die alles gut findet, sondern etwas, das (trotzdem) ein wertneutrales, waches Feststellen und Annehmen versucht.

Um zu einer möglichst wertfreien und neutralen Feststellung des anzunehmenden Seienden und Geschehenden zu kommen, muss der Beobachter aktiv versuchen, sich von seinem Empfinden und Bewerten zu lösen. Problematisch ist es dann, wenn sein Denken einem Ideal unterliegt, das auf Unterscheidung angelegt ist. Beispiele dafür sind einmal mehr Religionen – ‚Wir, die so und so sind, denken, handeln, fühlen und all die anderen, die das nicht oder irgendwie anders (also falsch) tun.‘ Ein nicht-religiöses, vereinendes Ideal wären hier – auch einmal mehr – die Menschenrechte.

Die Orientierung an den Menschenrechten antizipiert unsere Unterschiede. Sie sind eine der reifsten menschlichen Errungenschaften, die es unbedingt zu verteidigen gilt. Aus ihnen lässt sich erheblich viel besser ein konstruktives Zusammenleben ableiten und erarbeiten, als es eine religiöse Gesinnung, die sich etwa an einer Hirtenkultur orientiert, die vor mehr als tausend Jahren existierte, je könnte. Gerade der christlichen und islamischen Denkweise fällt es extrem schwer, Unterschiede zu akzeptieren, um so mehr wenn sie davon absehen muss, alle anderen für sich zu bekehren. Sie ist vor allem dann ‚teamfähig‘, wenn man sich nach ihr richtet.

Es wird nicht lange auf sich warten lassen, bis Politiker und Pfaffen wieder zu mehr Toleranz aufrufen, anstatt die Bevölkerung zu mehr Reflexion anzuregen. Warum kann man uns nicht mehr zumuten als gerade mal Toleranz? Warum kann man den Religiösen und den Faschistoiden nicht abverlangen, ihre eigenen Ideale etwas zu disqualifizieren und zu relativieren? Warum ist das Christentum, das Judentum, der Islam dermassen schützenswert? Warum haben wir da als Gesellschaft dermassen Berührungsängste? Die genannten Religionsgemeinschaften haben sie nämlich nicht, wenn es darum geht, ihre Ideale anderen aufs Auge zu drücken.

Würde es nicht reichen, dem gängigen religiösen einen nur noch musealen Wert beizumessen, wie wir es z.B. bei Odin & Co schon lange tun und das auch öffentlich zu propagieren und als Ideal zu fördern, so wie wir es jüngst mit dem Nichtrauchen auch getan haben? Sollten wir nicht verstärkt mit Chancengleichheit, sozialer Gerechtigkeit, Bildung, Aufklärung und allseits fairer wirtschaftlicher Nachhaltigkeit intervenieren? Und das weltweit?

Wäre es nicht an der Zeit zu akzeptieren, dass wir mit schnöder Toleranz nicht konstruktiv weiter kommen?

(Der Wechselbalg)


Abfall:

Sollten wir nicht damit aufhören, die verschiedenen Religionsgemeinschaften zu tolerieren und stattdessen anfangen zu akzeptieren, dass sie sehr häufig Probleme schaffen und destruktives Lösungsverhalten motorisieren? Sollten wir nicht anfangen zu akzeptieren, dass religiöses Denken überholt ist?auch wenn es noch so unliebsam ist.Noch etwas Haarspalterei.Die Menschenrechte  Das gilt gerade auch für eine SVP, die hier kein Stück besser ist als ein beliebiger Dschihadist, wenn sie einfordert nationales über internationales Recht und somit auch über die Menschenrechte zu stellen.olch törichte Vorstössen, wie sie die SVP versuchen, gehören notfalls niedergeknüppelt, gleich wie jede andere Regung, die so abzieltWas spricht dagegen, denen das Ideal der Menschenrechte, das es unbedingt anzunehmen gilt, aufs Auge zu drücken?Schwierig sind natürlich auch politische Grundhaltungen, die konsequent Angst haben etwas zu verlieren. In ihrem Ansinnen sind sie nicht selten ziemlich einfach strukturiert. Nazis, die Angst um ihren Genpool habe, obschon sie selber kaum einen qualitativ hochwertigen Beitrag dazu leisten können, die faschistoreligiösen Idioten der PEGIDA oder Rechtsaussen-flachdenker wie etwa die der SVP. Und auch hier muss man die scheinheiligen Evangelikalen, sturen Katholiken, fundamentale Muslime etc. nennen, die ihre Gesinnung immer wieder politisch verwerten wollen.was vor allem dem Christentum und dem Islam extSie braucht eine Grundlage, weil sie selbst dazu nicht ausreichend tragfähig ist.rem schwer fällt.IcNatürlich reicht Akzeptanz alleine auch wieder nicht, um die Probleme und Spannungen des Zusammenlebens aus dem Weg zu räumen. Dazu braucht es wie gesagt neben Toleranz auch Wohlwollen und Kompromissbereitschaft für ein Ziel, das für alle Beteiligten annehmbar ist. Um damit es zu konstruktiven Lösungen zu kommen kann, braucht es differenzierte und Reife Personen die entscheiden und sich abstimmen. Gezwungenermassen ist er gar nicht fähig, eine akzeptierende Haltung zu entwickeln, sondern lediglich wieder nur eine Tolerante.  Das ist speziell bei Religiösen ein Problem. Denn eigentlichh will ihr hier die Akzeptanz ggü stellen.Je nach getragener ‚Idealbrille‘ des akzeptierenden BeobachtersEtwas zu akzeptieren ist nicht immer leicht und es kann auch weh tun, gerade dann, wenn man etwas nicht gut findet.Toleranz hat so etwas von ‚dazu genötigt werden‘. Wird das ‚gewisse Mass‘ überschritten, is Schluss damit. Auf beiden Seiten. Akzeptanz meint ‚etwas in seiner Ganzheit annehmen‘ – nicht zu verwechseln mit ‚es gut finden‘!Toleranz will als eigentlich am ‚Richtigen‘ festhalten, wo Akzeptanz ermöglicht, damit umzugehen, dass es auch Anderes gibt.Toleranz stellt als Haltung zur Lösung eine Sackgasse dar. Gezwungener massen.Vor allem dann wenn man vermittelt, dass Toleranz alleine ausreichend ist, wenn sie nur gross genug ist. Das ist an sich falsch.ohne es per se gut oder schlecht finden zu müssen. Sie bildet eine pragmatische Grundlage mit dem umzugehen was ist. Es ist also zu akzeptieren, das Völker wandern, dass verschiedene Leute verschiedenen Idealen nachsteben. Tolerant festzustellen, dass sie nun vom eigenen Ideal abweichen Richtig potent kann die Toleranz erst werden, wenn sie mit vorangehender und grundsätzlicher Akzeptanz gepaart ist. Einer Akzeptanz, welche eben annimmt, dass es das Andere eben auch gibt – ob das nun gut ist, oder eben nicht. Erst die akzeptante Haltung ermöglicht besonnene Lösungsideen und besonnene Handlungen. Aus einer toleranten Haltung heraus, welche wegen eine zu grossen Abweichung vom ‚Rechten‘ überstrapaziert wird, wird zuhäufig unüberlegt und impulsiv gehandelt, was meist ungute Folgen nach sich zieht.Toleranz ist ein Bergriff, der im Zusammenhang mit Religionsgemeinschaften und Kulturen immer wieder bemüht wird. Es wird öffentlich immer wieder zu Toleranz aufgerufen, wenn es um den Umgang zwischen verschiedenen Gruppen geht. und zwar beide Seiten. Im ersten Moment klingt das auch gut.Man muss dazu nicht immer den IS als Beispiel heran ziehen, denn es geschieht auch bei uns, in der westlichen Welt, wie etwa in Nordirland. Wenn auch die Religion nicht der eigentliche Zankapfel sind, so ist sie wenigstens der Motor solcher Konflikte.Das Religions- resp. Konfessionsgemeinschaften oder Idioten wir die der PEGIDA kaum in der Lage sind, eine grundlegend akzeptante Haltung ggü anderen einzunehmen, sondern in an sich arroganter Toleranz gefangen bleiben, liegt wohl an der bornierten Gewissheit, die Wahrheit zu besitzen.Das Problem liegt nicht bei den beiden Termini und auch nicht was sie beinhalten. Es liegt viel mehr an den jeweiligen idellen HAltungen, welche aus der religiösen Überzeugung entwächst, nämlich zu wissen, dass man mit seiner Religion bzw. Konfession ja eigentlich auf der richtigen Seite ist. So ist dann auch die Empörung gross und ebenso die Legitimation den anderen zu töten, wenn er eine Karikatur des Profeten zeichnet oder eine Prozession durch den für ihn falschen Stadtteil leitet. Das sprengt die Grenzen der Toleranz. So brennen auch immer wieder Asylantenheime die neu eröffnet werden sollen, weil wegen der vielen Flüchtliche immer neue gebraucht werden. Auch das scheint die Grenzen der Toleranz zu sprengen.Wäre bei diesen Bespielen Akzeptanz die Tugend, würd ich mal behauüten. dass die Bereitschaft grösser wäre, mit den Problemen auf eine konstruktive Weise umzugehen.So rufe ich all die Toleranten Pfaffen, Politiker und Extremisten – nicht zu mehr – sondern mal überhaupt zu Akzeptanz auf!religionsgemeinschaften, flüchtlinge…

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