Traditionen

…Ich find’s ja fast schon zu geil!: Katholiken und ihre Scheiterhaufen! Jaaa, den Teufel kann man doch verbrennen! Das ist Spass! (Siehe Zeitungsartikel weiter unten!)

Und obwohl der ‚Scheiterhaufen‘ unten im Artikel ein ziemlich dürftiges Häufchen ist, kann man sich fragen, wie viel Wutpredigt man noch investieren müsste, damit die Leute die Skulptur durch die beiden Politiker ersetzen, die ja schliesslich korrupt und somit des Teufels sind? Man weiss es nicht, man weiss es nicht…

Wozu ein gläubiger Mob in der Lage ist – ohne jetzt auf die unzähligen kriegerischen Auseinandersetzungen zurückzugreifen, kann man heute noch in anderen Ecken der Welt z.B. in Papua-Neuguinea, oder auch in Afrika sehen. Dazu hab ich weiter unten weitere Zeitungsartikel eingefügt.

Laut Wikipedia sind in Papua-Neuguinea die meisten Leute christlich. Dort werden immer noch Hexen verbannt – auf Abfallhaufen allerdings, man geht mit der Zeit.

Spiegel-Online berichtet: … doch trotz eifrigen Missionierens katholischer Nonnen und Mönche praktizieren viele Einwohner bis heute im Glauben an Geister und Hexerei animistische Riten. … Will heissen: Eigentlich sind die Leute ja anständig, denn sie sind ja gläubige Christen, aber sie wollen sich nicht von ihren animistischen Traditionen trennen. Die Hexenverbrennung hatte ja im Christentum nie Platz…

In Afrika werden scheinbar eher Albinos gejagt. Man kann auch zum Kopf einer Sardine beten, wenn man nur fest daran glaubt. Auch dazu hab ich weiter unten ein Zeitungsartikel reingeschnitten. In Afrika ist die religiöse Ausrichtung der Menschen etwas anders aufgestellt und verteilt als in Papua, aber sicher nicht weniger tief verwurzelt – so sterben Menschen auch dort wegen religiösem Irrsinn.

Dass es nicht klappt, wenn Missionare versuchen ein ‚abergläubisches‘ Übel zu beenden ist irgendwie klar. Das liegt wohl daran, dass sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollen. Dazu sagte Deschner: Der grösste Aberglaube ist, dass Glaube und Aberglaube nicht das selbe ist. Weiter Einstein: Kein Problem kann mit dem selben Denken gelöst werden, mit welchem es entstanden ist. 

Nun: Wie bringt man die Menschen dazu, von ihrem perversen Tun Abzulassen? Schwierig zu sagen. Es wäre aber sicher nicht falsch, mit religiöser Abrüstung anzufangen. Am Wirksamsten könnte die Waffe der Aufklärung sein. Leider kann sie nicht von Missionaren bedient werden. Vermutlich bedarf es jahre-, wenn nicht jahrzehntelanger, konsequenter Disqualifizierung religiöser Erklärungsmodelle.

Es ist aber vermutlich naiv anzunehmen, dass das einfach ist, geschweige denn alleine schon ausreicht, um derartige Gräueltaten zu vermeiden. Ich erinnere an Anneliese Michel, die 1976 wegen dem religiösen Wahn ihres Umfeldes in Bayern gestorben ist.

Gut währ‘, wenn man weltweit endlich zur Einsicht und zum Konsens kommen könnte, das organisierte Mythen – egal ob es sich um anerkannte Religionen, oder ob es sich ’nur‘ um sog. Aberglauben handelt – gleichermassen gefährlich und somit ähnlich der Klimaproblematik oder der Schädlichkeit des Rauchens, zu kritisieren sind!


Tagblatt Online: 8. Dezember 2015, 09:12 Uhr  (Link zur Seite)

Hier wird der Teufel verbrannt

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Im Viertel La Concepción in der guatemaltekischen Kolonialstadt Antigua wird ein etwa zwei Meter hohes Bildnis des Teufels aus Papier und Metall verbrannt. (Bild: /EPA EFE/ESTEBAN BIBA)

Tausende Guatemalteken haben bei einem katholischen Fest auf Scheiterhaufen in den Strassen symbolisch den Teufel verbrannt. Eine der Hauptzeremonien fand im Viertel La Concepción in der Kolonialstadt Antigua statt, knapp 50 Kilometer südlich der Hauptstadt.

Dort schauten die Gläubigen und viele Touristen zu, wie die Flammen ein etwa zwei Meter hohes Bildnis des Teufels aus Papier und Metall verschlangen. Anlass war das katholische Fest der unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember.

Findige Handwerker aus Guatemala-Stadt nutzten die Gelegenheit, um Bildnisse des ehemaligen Staatspräsidenten Otto Pérez und seiner Stellvertreterin Roxana Baldetti zu verkaufen. Beide wurden dieses Jahr wegen Korruption in Untersuchungshaft genommen. „Diese Leute sind Teufel, denn sie haben den Spitälern Geld gestohlen“, sagte eine Händlerin der Zeitung „Prensa Libre“. (SDA/AFP)

AFP/ Post-Courier: Mount Hagen am Mittwochmorgen: Eine 20-Jährige starb in den Flammen

In Papua-Neuguinea ist eine 20-Jährige gefoltert und dann bei lebendigem Leib verbrannt worden. Die Verwandten eines Jungen hatten ihr vorgeworfen, den Sechsjährigen verhext zu haben und für seinen Tod verantwortlich zu sein.

Port Moresby – Die Männer zogen sie aus, folterten sie mit einer erhitzten Eisenstange, fesselten sie und übergossen sie mit Benzin. Es war früh am Mittwochmorgen, als sie Kepari Leniata zu einer Straße in Mount Hagen brachten, einem Ort in der Mitte von Papua-Neuguinea. Dort entzündeten sie ein Feuer auf einem Müllhaufen, die 20-Jährige muss es noch gesehen haben, ebenso die Schaulustigen, die sich um die Flammen versammelt hatten. Darunter auch Kinder.

Polizisten und Feuerwehrleute kamen, angeblich ließ die Meute aber nicht zu, dass sie einschritten. So berichten es zwei Lokalzeitungen.Kepari Leniata wurde in das Feuer geworfen, sie verbrannte bei lebendigem Leib. Bilder zeigen sie unter einem brennenden Lkw-Reifen, der offenbar noch auf sie geschmissen wurde. Sie war laut lokalen Medienberichten Mutter eines acht Monate alten Mädchens.

Der örtliche Polizeichef sagte der Zeitung „The National“, man werde die Verantwortlichen festnehmen, sie müssten sich wegen Mordes verantworten.

Das Motiv scheint schon festzustehen: Offenbar warfen die Täter der Frau vor, einen Jungen verhext zu haben. Der Sechsjährige war ins Krankenhaus gebracht worden, er soll über Schmerzen in Magen und Brust geklagt haben. Er starb am Dienstagnachmittag.

Der Mord an Kepari Leniata war demnach ein Racheakt von Angehörigen des Jungen. Sie beschuldigen laut „The National“ zwei weitere Frauen: Eine wurde von der Polizei gerettet, die andere wird vermisst.

Mehr als 90 Prozent der Menschen in Papua-Neuguinea bekennen sich zum Christentum, doch trotz eifrigen Missionierens katholischer Nonnen und Mönche praktizieren viele Einwohner bis heute im Glauben an Geister und Hexerei animistische Riten. Als „Saguma“ ist die schwarze Magie auf der Insel bekannt.

Immer wieder machen die lokalen Zeitungen mit Geschichten über Hexenjagden auf, oft geht es um Todesfälle, für die irgendjemand verantwortlich gemacht wurde und sterben musste. Aufsehen erregte zuletzt der Fall einer Kannibalensekte, deren Mitglieder sieben Medizinmänner getötet hatten. Die Hirne ihrer Opfer hatten sie roh verspeist – und nach ihrer Festnahme nicht wirklich verstanden, was an ihrem Verhalten falsch gewesen sei.

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Hexenjagd in Papua-NeuguineaGefoltert, geköpft, verbrannHexerei Papua-Neuguinea

(Foto: AFP) Der Fall ging um die Welt: Im Februar wird eine junge Mutter auf einem Scheiterhaufen in der Stadt Mount Hagen in der papua-neuguineischen Provinz Western Highlands verbrannt.

Erneut sind in Papua-Neuguinea zwei Frauen tagelang gefoltert und dann hingerichtet worden, weil sie jemanden verhext haben sollen. Menschenrechtler kritisieren, der Vorwurf Hexerei werde oft nur als Vorwand genutzt – um Gewalt gegen Frauen zu rechtfertigen.

Von Felicitas Kock

 

Zwei Frauen werden verschleppt, weil sie durch Hexerei einen Lehrer getötet haben sollen. Sie werden von einem wütenden Mob auf den Dorfplatz gezerrt, dort festgehalten und tagelang gefoltert. Ihr Martyrium endet mit dem Tod, den Frauen wird der Kopf abgeschlagen. Die Sicherheitskräfte des Dorfes in Papua-Neuguinea, heißt es, hätten der Enthauptung zugesehen, unfähig, etwas gegen die tobende Menschenmasse zu unternehmen. „Wir waren hilflos“, sagen die Polizisten später lokalen Medien – wieder einmal.

Nur wenige Tage vor den Enthauptungen wurden in dem Inselstaat im Pazifik sechs Frauen und ein Mann wegen Hexerei-Verdachts mit glühenden Eisenstangen gefoltert. Im März ging das Schicksal einer jungen Mutter um die Welt, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, weil man sie als Hexe für den Tod eines fremden Kindes verantwortlich machte. Auch hier hatte die Polizei keine Chance. Und auch hier war die Frau von einer Horde zorniger Menschen umgeben, die sie brennen sehen wollten.

Folter und Tod angeblicher Hexen auf öffentlichen Plätzen, in Dörfern und Kleinstädten, ohne dass jemand etwas dagegen unternimmt – für viele Westeuropäer klingt das nach dunkelstem Mittelalter. „Der Glaube an Hexerei gehört zum Weltbild vieler Menschen in Papua-Neuguinea“, erklärt Joachim Görlich, der das Land seit 1989 immer wieder bereist und erforscht. „Es handelt sich um ein magisches, sehr komplexes Weltbild: Alles hängt hier irgendwie zusammen und nichts geschieht einfach so“, sagt der Ethnologe.

Wenn sich jemand verlieben soll, wird mitunter Liebesmagie angewandt, wenn eine reiche Ernte eingebracht werden soll, Gartenmagie – und wenn jemand stirbt, wird nicht zwangsläufig nach einer naturwissenschaftlichen Begründung gesucht, sondern nach einem Hexer, der für den Tod verantwortlich sein könnte. Die Suche nach übernatürlichen Ursachen spielt besonders dann eine Rolle, wenn der Tote hoch angesehen war, wie jetzt im Fall des Lehrers – oder sehr jung und damit eigentlich noch nicht zum Sterben bereit, wie bei der Hexenjagd im März.

Als Wurm in die Körper der Opfer

Darüber, wie eine Hexe tötet, gibt es unterschiedliche Annahmen. Weit verbreitet ist laut Görlich die Vorstellung, die Hexe verwandle sich in einen Wurm, dringe in den Körper ihres Opfers ein und fresse dessen Eingeweide auf.

Wer als Hexe verdächtigt wird, hängt meist mit Geschlecht und sozialer Stellung zusammen. Die UN-Berichterstatterin zu Gewalt gegen Frauen, Rashida Manjoo, kritisierte nach ihrem Besuch in Papua-Neuguinea 2012, dass die Anschuldigung, eine Hexe zu sein, vor allem Witwen und andere Frauen ohne Familie treffe, denen es an schützenden sozialen Beziehungen fehlt.

Allgemein werde der Vorwurf der Hexerei oft nur als Vorwand für Gewalt gegen Frauen genutzt. „Ich war geschockt von der Brutalität, mit der gegen Frauen vorgegangen wird, die verdächtigt werden, Hexen zu sein. Die Angriffe schließen häufig Folter, Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen und Mord mit ein“, schildert Manjoo in ihrem Bericht. Die Gewalt gehe meist von jungen Männern aus, die wiederum von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft angestachelt würden. „Meinen Gesprächspartnern zufolge wird die Beschuldigung als Hexe auch genutzt, um Frauen ihr Land oder ihren Besitz wegzunehmen“, heißt es weiter.

Das Geschäft mit der Hexerei

Auch Joachim Görlich musste bei seinen Aufenthalten in Papua-Neuguinea feststellen, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten ein regelrechtes Geschäft um die Hexerei entwickelt hat. Weil verdächtigte Hexen laut Gesetz nicht mehr getötet werden dürfen, würden häufig Kompensationszahlungen verlangt, sagt der Ethnologe. Die beschuldigte Frau müsse die Familie ihres „Opfers“ finanziell entschädigen. Darüber hinaus würden aber auch immer wieder Männer drohen, eine mächtige Hexe zu kennen, um auf diese Weise Schutzgeld zu erpressen.

Trotz des Verbots werden immer wieder als Hexen verdächtigte Frauen gelyncht. Es genüge ein Unglück oder ein Tod innerhalb einer Gemeinschaft, um ihn einer Frau in die Schuhe zu schieben und sie dafür zu bestrafen, beschreibt UN-Berichterstatterin Manjoon.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International drängt die Regierung Papua-Neuguineas deshalb dazu, den Sorcery Act abzuschaffen, ein Gesetz aus dem Jahr 1971, das „bösartige Hexerei“ unter Strafe stellt. Zwar wurde das Gesetz ursprünglich eingeführt, um die Tötung mutmaßlicher Hexen zu verhindern und durch Haftstrafen zu ersetzen. Kritiker sind sich jedoch sicher, dass der Gesetzestext stattdessen die Vorstellung von Hexerei als Straftatbestand festigt.

„Die Abschaffung des Hexereigesetzes ist eine der dringendsten Maßnahmen, um weiteren schrecklichen Angriffen vorzubeugen“, heißt es in einer Amnesty-Mitteilung vom 5. April. Die Politik hat sich des Problems mittlerweile angenommen. Die Kommission für Verfassungs- und Gesetzesreformen hat der Regierung empfohlen, den Sorcery Act für nichtig zu erklären.

Wie viel dieser erste Schritt tatsächlich bringen kann, bleibt abzuwarten. „Der Staat ist in Papua-Neuguinea sehr schwach“, sagt Görlich. Deshalb sei die Polizei bislang auch machtlos, wenn eine wütende Menschenmenge eine Frau auf einem Scheiterhaufen verbrenne.


Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe am TT / (Link zur Seite) 

GESELLSCHAFT

Menschen mit Albinismus in Afrika: „Wir werden gejagt wie Tiere“

Einige Wunderheiler in Afrika behaupten, dass Körperteile von Albinos magische Kräfte besitzen und Glück bringen. Menschen mit Albinismus werden deshalb ermordet. Während Tansania härter gegen Kriminelle vorgeht, etabliert sich in Malawi ein lukrativer Schwarzmarkt.

Ein tansanischer Albino-Junge wird gegen Masern und Röteln geimpft.

© GAVIEin tansanischer Albino-Junge wird gegen Masern und Röteln geimpft.

Von Joseph Kayira und Sinikka Tarvainen/dpa

Blantyre – Albinos werden in vielen afrikanischen Ländern bedroht – ob in Kenia, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo oder im Senegal. Bei Menschen mit Albinismus ist die Bildung des Pigments Melanin gestört, ihre Haut ist besonders hell. Einige Wunderheiler behaupten, dass Körperteile von Albinos Glück, Macht und Reichtum bringen – und benutzen sie für Rituale.

Die überwiegende Mehrheit traditioneller Heiler verurteilt das scharf. Dennoch hat zwischen 1998 und 2015 die Menschenrechtsorganisation Under The Same Sun (UTSS) 140 Tötungen, 219 Verstümmelungen und andere Angriffe auf Albinos in 25 afrikanischen Ländern verzeichnet. Die ermordete Frau war eine von drei Albinos, die seit Jahresbeginn in Malawi getötet wurden. Der Handel mit Körperteilen von Albinos habe zugenommen, die Polizei sucht nach mehreren Vermissten. Das berichtet der Verband der Menschen mit Albinismus in Malawi (APAM), der für die Rechte der rund 10.000 Albinos in dem Land kämpft.

70 Morde seit 2000 in Tansania

Es wird vermutet, dass Kriminelle die Körperteile der Albinos nach Tansania bringen. Ein kompletter „Satz“ an Körperteilen – darunter Hände und Füße, Genitalteile, Ohren, Zunge und Nase – wurde laut Polizei in der tansanischen Stadt Daressalam für umgerechnet rund 67.000 Euro verkauft. In Tansania sind laut APAM seit 2000 mehr als 70 Albinos ermordet worden – die Regierung will deshalb härter gegen den grausamen Handel vorgehen.

„Wir werden gejagt wie Tiere“, sagt der 32-jährige Boniface Massah. Er ist Albino und Präsident des APAM. „Diejenigen, die Körperteile von Albinos verkaufen, etablieren einen Markt in Malawi, weil ihr Geschäft in Tansania schwieriger geworden ist.“ Die Polizei habe mehrere Menschen im Zusammenhang mit den jüngsten Morden verhaftet, sagt Massah. Doch in der Vergangenheit wurden nur selten Mörder oder Angreifer von Albinos verurteilt.

Eltern seien so verängstigt, dass sie ihre Kinder mit Albinismus nicht mehr zur Schule gehen lassen, berichtet Massah. „Du kannst dir nicht mal mehr sicher sein, ob du noch Freunden und Verwandten vertrauen kannst.“ Auch Emmanuel Mkwapatira, ein 43-jähriger Albino, wird mit Vorurteilen konfrontiert. „Ich bin Lehrer. Ich leiste meinen Teil zur Entwicklung Malawis wie jeder andere Mensch auch“, sagt er. „Ist das nicht Beweis genug dafür, dass Leute mit Albinismus auch Menschen sind?“

Glaube an Magie weit verbreitet

Die magischen Kräfte der Albinos sehen viele Menschen in der Geburt eines weißen Kindes mit schwarzen Eltern bestätigt. Einige ethnische Gruppen in Ostafrika wie die Sukuma oder Maasai töten laut UTSS Albino-Kinder sogar bei der Geburt. Andere ethnische Gruppen respektieren Albinos dagegen. Für die Yoruba, die in Nigeria und Benin leben, stehen sie unter dem Schutz des Gottes Obatala. Sie glauben, dass er die Albinos erschaffen hat und die Farbe Weiß liebt.

Doch der Glaube an die Magie ist weitverbreitet in den Ländern südlich der Sahara. Malawische Zeitungen bringen regelmäßig Berichte über Dorfbewohner, die der Zauberei beschuldigt werden. Außerdem hört man Geschichten über Politiker oder Geschäftsmänner, die mit Zauberei ihren Wohlstand und ihre Macht vergrößert haben sollen.

Ein Albino in Malawi zu sein, sei bereits schwierig gewesen, bevor die Morde zunahmen, erzählt Massah. „Weiß zu sein in einer Gesellschaft, in der die Mehrheit schwarz ist, ist nicht leicht.“ Massah erinnert sich daran, wie er in der Schule beschimpft wurde. Viele Albino-Kinder machen dem Aktivisten zufolge aber weitaus schlimmere Erfahrungen: Die Väter verlassen die Familien. Sie verdächtigen die Frauen, sie mit einem weißen Mann betrogen zu haben. (APA/dpa)


Spiegel online, vermutlich am 13.07.2012  (Link zur Seite)

Papua-Neuguinea: Kannibalen sollen Medizinmänner getötet und gegessen haben

In Papua-Neuguinea müssen sich 29 Mitglieder einer obskuren Kannibalismussekte vor Gericht verantworten. Sie sollen mindestens sieben Menschen getötet und deren Gehirne und Geschlechtsorgane verspeist haben.

Hochland von Papua-Neuguinea: Glaube an Hexerei weit verbreitet

TMN  Hochland von Papua-Neuguinea: Glaube an Hexerei weit verbreitet

Canberra – Die Nachricht, die die Zeitung „The National“ aus Papua-Neuguinea verbreitete, könnte unappetitlicher nicht sein. Demnach nahm die Polizei 29 Mitglieder einer Kannibalensekte fest. Der Vorwurf: Sie sollen sieben sogenannte Medizinmänner getötet, deren Hirne roh verspeist und aus den Penissen Suppe gekocht haben. Was wie eine reißerische Boulevardmeldung klang, wurde von der Polizei der Nachrichtenagentur AP zufolge bestätigt.

„Sie glauben nicht, dass sie irgendetwas Falsches gemacht haben. Sie geben es offen zu“, sagte Polizeichef Anthony Wagambie demnach auf telefonische Anfrage. So hätten die Kannibalen angenommen, dass ihre Opfer einen Zauberkult namens „Sanguma“ praktiziert und arme Dorfbewohner für ihre Dienste zum Sex gezwungen hätten, sagte Wagambie. Vom Verspeisen der menschlichen Organe hätten sich die Sektenmitglieder erhofft, übernatürliche Kräfte zu erlangen und unverwundbar zu werden.

Die 29 Angeklagten waren vergangene Woche in dem Dorf Biamb festgenommen worden. Die Behörden gehen davon aus, dass die Sekte im Nordosten des Landes mehr als tausend Mitglieder hat. „Dies ist die Spitze des Eisbergs, und es muss mehr zur Aufklärung getan werden, um die Bewegung auszurotten“, sagte Wagambie „The National“. Die Polizei allein könne das Problem nicht bewältigen. In Papua-Neuguinea, in dessen von Urwald bedeckten Bergen noch zahlreiche isolierte Völker leben, sorgen immer wieder Fälle von Hexen-verfolgung und kultisch motiviertem Kannibalismus für Aufsehen.

Bei den Opfern handelte es sich um Medizinmänner, wandernde Wunderheiler, die gegen Bezahlung böse Geister vertreiben oder Todesursachen ausmachen. Laut „The National“ verlangt ein solcher Hexer gewöhnlich etwa tausend Kina (387 Euro), ein Schwein sowie einen Sack Reis für seine Arbeit. Einige der sogenannten Sanguma hätten vor einiger Zeit aber auch damit begonnen, Sex als Bezahlung zu verlangen.

„Es verstößt gegen unsere Tradition, dass ein Hexer Geschlechtsverkehr mit verheirateten Frauen oder minderjährigen Töchtern hat“, sagte ein örtlicher Kult-Führer in der Provinz Madang. Deshalb hätten sich viele Dorfbewohner zusammengeschlossen, um die skrupellosen Wunderheiler hinter Gitter zu bringen. Doch diese seien in der Regel rasch wieder freigekommen und hätten einfach weitergemacht wie zuvor. Viele Bewohner hätten sich daraufhin empört entschlossen, sich zu wehren.

Vier der sieben Opfer seien in der vergangenen Woche getötet worden, sagte Polizeichef Wagambie. Man habe aber keine sterblichen Überreste gefunden: „Sie wurden vermutlich alle aufgegessen.“

Unter den Angeklagten sind auch acht Frauen. Seit April sollen sie mit eigens dafür präparierten Buschmessern sieben Menschen ermordet zu haben. „Wir haben ihre Gehirne roh gegessen und Organe wie Leber, Herz und Penis entnommen“, sagte einer der Angeklagten aus. Die Organe wurden den örtlichen Kult-Anführern übergeben, um daraus besondere Kräfte für die Jäger zu ziehen.

Die Angeklagten müssen sich wegen Mordes vor einem Gericht in der Madang-Provinz verantworten. Bei einem Schuldspruch könnten sie zum Tode verurteilt werden.

In dem nur schwach entwickelten Pazifikstaat Papua-Neuguinea ist der Glaube an Hexerei weit verbreitet. 1971 wurde die Ausübung schwarzer Magie gesetzlich verboten, doch wegen der jüngsten Angriffe auf Hexer gibt es Überlegungen, das Verbot wieder aufzuheben.

ala/dapd/AFP


Abfall:

– was man auch aus dem Artikel der Spiegel-Oline (SO) entnehmen kann.

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